Jahresbericht 2018:

Das Institut

Das Institut
© DIA

Die Stiftung Duitsland Instituut an der Universiteit van Amsterdam (DIA) ist das niederländische Kompetenzzentrum für Deutschland. Das DIA möchte zu einer (Re-)Vitalisierung der Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland in den Bereichen Bildung, Kultur und Wissenschaft beitragen.

Das DIA unterscheidet sich von anderen wissenschaftlichen Instituten dadurch, dass es verschiedene Aktivitäten und Projekte durchführt, die sich - neben den Fachgebieten Wissenschaft und Bildung - auch mit gesellschaftspolitischen Themen befassen. Das DIA ist im gesamten Bildungssystem tätig, von den weiterführenden Schulen, bis zum Bachelor- und Master/Ph.D. Studium (FH und Uni), und auch in der wissenschaftlichen Forschung, sofern es 'Deutschlandstudien' und die deutsche Sprache und Kultur im weitesten Sinne betrifft.

Das DIA gehört, zusammen mit 19 anderen Instituten weltweit, zum Netzwerk der interdisziplinären Zentren für Deutschland- und Europastudien. 

Die Stiftung wurde im Jahr 1996 ins Leben gerufen und hat ihren Sitz im Ost-Indischen Haus der Universität von Amsterdam (UvA). Das DIA hat einen ANBI-Status.

Kodex gute Unternehmensführung - Code Goed Bestuur
Das DIA verfügt über einen Code Goed Bestuur Duitsland Instituut Amsterdam, einen Kodex für gute Unternehmens- und Organisationsführung. Dieser Kodex wurde am 14. Dezember 2018 aktualisiert, vom Vorstand verbindlich beschlossen und vom Aufsichtsrat des DIA geprüft und anerkannt.

Der Kodex basiert auf dem 'Code Goed Bestuur Universiteiten 2013' und richtet sich auf die Arbeitsweise des DIA im Bereich Verwaltung und Organisation.

Das DIA arbeitet zudem nach den Vorgaben der 'Acht Prinzipien des Verwaltungskodex Kultur' ('Acht principes van de Governance Code Cultuur'), die ab dem 1. Januar 2019 in überarbeiteter Form in Kraft getreten sind. (Für die Berichterstattung über das Jahr 2018 gilt noch der 'Governance Code Cultuur 2014', der neun Prinzipien beinhaltet).

Der Kodex für gute Unternehmens- und Organisationsführung des DIA ist als vorläufiger Kodex eingeführt und kein definitiver Kodex. Im Jahr 2018 wurde von dem Kodex nicht abgewichen.

Team
Ein Team aus WissenschaftlerInnen, BildungsexpertInnen, RedakteurInnen, Kommunikations- und Organisationstalenten arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung unserer Ziele.

Die MitarbeiterInnen des DIA arbeiten in den folgenden Abteilungen:
Akademische Bildung & Forschung
Sekundärer Bildungsbereich & Lehrerausbildung
Öffentlichkeitsarbeit & Veranstaltungen
Redaktion Duitslandweb
Duitslanddesk
Vorstand/Management

Im Folgenden geben wir einen Überblick über das Jahr 2018.

Eine Übersicht aller Aktivitäten finden Sie hier          

Akademische Bildung & Forschung
Die WissenschaftlerInnen beschäftigen sich in ihren Forschungsprogrammen mit der Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur des zeitgenössischen Deutschlands. Sie laden im Rahmen des Graduiertenkollegs regelmäßig nationale und internationale ExpertInnen und DoktorandInnen ein, die sich in ihren Forschungen mit Deutschland beschäftigen.

Die WissenschaftlerInnen treten regelmäßig in Radio und Fernsehen auf und veröffentlichen zudem Artikel, Kommentare und eigene Publikationen ihres Fachgebiets.

Ebenfalls leisten sie einen Beitrag zu den Bachelor- und Masterstudiengängen, u.a. zu dem Masterstudiengang Duitslandstudies in der Abteilung Geschichte, Europäische Studien und Religionswissenschaften an der Universität von Amsterdam (UvA).

Das Programm des Masterstudiengangs Duitslandstudies (Abteilung Geschichte) wird von DIA-Mitarbeiter Dr. Hanco Jürgens koordiniert. Auch beim Bachelorstudiengang Duitslandstudies des Fachbereichs Duitse Taal en Cultuur (DuTC) an der UvA sind unsere MitarbeiterInnen sehr aktiv in die Lehre eingebunden. Viele StudentInnenen werden zudem von den DIA-KollegInnen erreicht, die im Bachelorprogramm Europese Studies tätig sind. Dort entscheiden sich viele Studierende für Fächer, die das Erlernen der deutschen Sprache beinhalten (etwa 80 StudentInnen im September 2018).

Direktor Prof. Dr. Ton Nijhuis ist Professor an der Fakultät für Gesellschafts- und Verhaltenswissenschaften (FMG, Abteilung Politikwissenschaft) und an der Fakultät für Geisteswissenschaften (FGw, Abteilung Deutsche Sprache und Kultur).

Prof. Dr. Nicole Colin ist am DIA und an der UvA als Hochschuldozentin für 'Deutsche Literaturwissenschaften und Kultur der modernen Zeit' in Teilzeit tätig.

Prof. Dr. Maarten Doorman bekleidet den besonderen DIA-Lehrstuhl 'Historische Kultur Deutschlands: Philosophie, Kunst und Literatur' an der Freien Universität von Amsterdam (VU).

Im Jahr 2018 finanzierte das DIA sechs Promotionsstellen (wobei fünf DoktorandInnen bei uns angestellt waren). Diese Stellen wurden in Kooperation mit der UvA (AISSR und GSSS; Fachgruppe Politikwissenschaften bei FMG; und ASH bei der FGw) und der Faculty of Arts and Social Sciences der Universität Maastricht angeboten. Gemeinsam mit der Fakultät für Geisteswissenschaften der Freien Universität (VU) in Amsterdam wird zudem ein Forschungsprojekt zur Verfügung gestellt. René Cuperus war im Jahr 2018 als externer Doktorand beim DIA tätig. Die DoktorandInnen sind Mitglieder des Graduiertenkollegs.

Im Jahr 2018 waren zudem einige GastforscherInnen am DIA tätig.

Das DIA legt seit vielen Jahren einen besonderen Akzent auf das Promotionsstudium, vor allem durch die Initiierung, Unterstützung und Begleitung von Forschungsarbeiten. Zu diesem Zweck wurde das Graduiertenkolleg (GK) ins Leben gerufen. Dr. Christina Morina (bis Sommer 2019 DAAD-Fachlektorin beim DIA) koordinierte dieses Programm im Jahr 2018. So fand etwa die Masterclass 'Das Erbe der Achtundsechziger' statt. Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey (Bielefeld) sprach darin über '1968. Mobilisation, Dynamiken, Ideen und Folgen einer transnationalen Bewegung'. Prof. Dr. Bob Moore (Sheffield) war zu Gast beim GK über 'Understanding Dutch Memory: Recent scholarship, debates and memorial initiatives in the Netherlands'. 

Im Herbst fand das Symposium 'Crisis van de Europese christendemocratie? Omgang met vluchtelingen en visies op integratie in kerk en politiek in Oost- en West-Europa' statt. ReferentInnen waren Prof. Dr. Leo Lucassen (Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis), Dr. Karin van den Broeke (Wereldraad van Kerken), Michiel Luining (Faculteit Governance and Global Affairs, Universiteit Leiden) und Dr. Hanco Jürgens. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerard Wiegers (Religionswissenschaften/Geschichte, UvA) entwickelt und durchgeführt.

Der Arbeitskreis deutsch-niederländische Geschichte traf sich im Jahr 2018 in der europäischen Kulturhauptstadt Leeuwarden. Die Veranstaltung 'Creative communities in cities and regions. Historical case-studies from Germany and the Netherlands' wurde mit dem GK-Absolventen Dr. Marijn Molema (Fryske Akademy) organisiert.

In der Reihe Amsterdam German Studies Lectures fanden zwei Veranstaltungen statt: Dr. Christoph Kreutzmüller (Jüdisches Museum Berlin) sprach über 'Victims and Perpetrators in Museums. How Germans dealt with the Nazi past in Exhibitions' und Prof. Dr. Thomas Großbölting (Münster) über 'Wege in die Wiedervereinigungsgesellschaft. Deutschland seit 1990'.

Im Jahr 2018 erhielt Dr. Krijn Thijs ein Forschungsstipendium der Gerda Henkel Stiftung für Forschungen zum Prozess der Wiedervereinigung in der deutschen Geschichtswissenschaft nach 1989. Er war im Jahr 2018 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Ausstellung 'Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt' im Stadtmuseum Berlin.

DIA-DoktorandInnen nahmen an verschiedenen internationalen Konferenzen teil, wie dem Historikertag in Münster. Auf dieser Konferenz (Gastland waren die Niederlande) wurde auch die Armando-Ausstellung 'Grenzgänger' eröffnet, ein Projekt von Dr. Britta Bendieck. Das zweiteilige Buch 'Die Versammelte Zunft. Historikerverband und Historikertage in Deutschland 1893-2000' (Wallstein Verlag, Göttingen), verfasst von u.a. Dr. Martin Sabrow und Dr. Krijn Thijs, wurde auf dieser Konferenz präsentiert.

Sekundärer Bildungsbereich und Lehrerausbildung (’Bildungsabteilung’)
Die Bildungsabteilung des DIA entwickelt Programme und Unterrichtsmaterial für LehrerInnen (in Ausbildung) und SchülerInnen der Sekundarstufen I und II.

Das DIA arbeitete innerhalb der Actiegroep Duits mit der Deutschen Botschaft, der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK), dem Goethe-Institut Niederlande und der Bildungsorganisation Nuffic zusammen.

Am 7. Tag der deutschen Sprache (7e Dag van de Duitse taal) nahmen mehr als 250 Schulen teil. Sie erhielten ein Mach-mit!-Paket und organisierten eigene Aktionen. Die Actiegroep Duits war auf dem Deutschlandtag der DNHK in Utrecht vertreten und organisierte zudem eine Aktivität am Deltion College in Zwolle. Für den Tag der deutschen Sprache entwickelte das DIA ein digitales Sprachquiz, das von 3.823  Schülern ausgefüllt wurde. Zum ersten Mal wurde (im Auftrag von Nuffic) Unterrichtsmaterial für die Grundschule entwickelt. Neu war auch die Wahl zum 'Deutschlehrer des Jahres' ('Verkiezing Docent Duits van het Jaar'). Gewinnerin 2018 war Kerstin Lorenz vom Montessori Lyceum Amsterdam. 

Der Hiphop-Battle, bei dem Schüler einen selbstgeschriebenen deutschen Rap vortragen, fand im November im Theater Perdu in Amsterdam statt. An diesem Projekt nahmen Schulen aus dem ganzen Land teil. Zum Abschluss traten die 27 Gewinnergruppen der teilnehmenden Schulen (9. und 10. Klasse, Realschule (VMBO) und Höherer Allgemeinbildender Sekundärunterricht (HAVO)) auf. Das Thema im Jahr 2018 war 'Respekt'. Mit professioneller Unterstützung der deutschen Rapschool NRW wurden die Schüler auf das Finale vorbereitet. Gewinner war die Mädchengruppe 'Eklips' der Schule CSG Beilen.

25 Deutsch- und FranzösischlehrerInnen nahmen im Mai an der Konferenz 'Burgerschap in  de buurtalen' teil. Die SprachlehrerInnen erhielten Informationen zum 'burgerschapsopdracht', ein Auftrag der niederländischen Regierung an alle Schulen, den SchülerInnen die Bedeutung einer aktiven Teilnahme am demokratischen Prozess und sozialer Integration zu vermitteln. Sie erhielten Anregungen, wie sie dieses Thema in ihren Sprachunterricht einfließen lassen können. Das Thema war aufgrund der neusten Entwicklungen im niederländischen Lehrplan gewählt worden.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Bildungsorganisation SLO, der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) und der Anne-Frank-Stiftung. Die Eröffnungsrede hielt der DIA-Hochschullehrer Maarten Doorman. 

Um dem (zunehmenden) Lehrermangel im Fach Deutsch entgegenzuwirken, hat das DIA die DIA-Akademie ins Leben gerufen. Ziel dieses Angebots ist es, die BerufseinsteigerInnen miteinander in Kontakt zu bringen, ihnen Fortbildungen anzubieten und sie zu motivieren, dem Lehrerberuf treu zu bleiben.

Im Oktober 2018 gab es ein spezielles Programm für die beginnenden StudentInnen der Deutschlehrerausbildung (Sek 1 und Sek 2).

Im Herbst wurde für die Anwerbung von deutschen Muttersprachlern gemeinsam mit der Organisation Nuffic die Website www.lehrerinholland.nl lanciert. Im November war das DIA auf dem Drongo-Sprachenfestival vertreten, um über die Möglichkeiten, DeutschlehrerIn zu werden, zu informieren.

Mit dem Ziel, die Lehrerausbildung inhaltlich zu erweitern, bietet die Bildungsabteilung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Duitslandweb Seminare mit dem Titel 'Deutschland heute' an. Im Jahr 2018 besuchten GastrednerInnen und MitarbeiterInnen des DIA fünf verschiedene Deutschlehrerausbildungen und hielten dort Vorlesungen zu aktuellen Themen aus Deutschland. 135 StudentInnen nahmen daran teil.

Die Bildungsabteilung hat im Herbst ein Pilotprojekt mit Lehrmaterialien für die Lehrerausbildung weltweit durchgeführt, die vom DAAD entwickelt wurden: DHOCH3. Barbara Kempf, Dozentin in der Lehrerausbildung, wurde als Mitarbeiterin angestellt, um die konkrete Ausarbeitung – in Zusammenarbeit mit DozentInnen der Deutschlehrerausbildung – zu untersuchen. Im Dezember gab es ein Treffen, um die Anwendungsmöglichkeiten in der Ausbildung zu besprechen.

Im Dezember organisierte das DIA ein Schul-Partnerschaftsseminar mit 36 LehrerInnenn aus den Niederlanden und Deutschland. Das Seminar war ein Gemeinschaftsprojekt mit Nuffic/Erasmus+, finanziert durch die Provinz Overijssel und die Nederlandse Taalunie. 

Im Jahr 2018 äußerte sich das DIA in allen Feedbackrunden zu den Vorschlägen der Arbeitsgruppe curriculum.nu, die im Rahmen der niederländischen Lehrplanreformen für den Bereich Englisch/moderne fremde Sprachen entwickelt wurden. Die Stellungnahmen des DIA bezogen sich auf Aspekte der Fachdidaktik und die Position des Faches Deutsch. Diese ist in den Augen des DIA stark unterbelichtet. Zu guter Letzt hat die Actiegroep Duits ein Treffen mit Vertretern von curriculum.nu organisiert, um proaktiv über die Wichtigkeit guter Deutschkenntnisse zu informieren.

Die Bildungsabteilung veröffentlicht wöchentlich das sogenannte 'Frühstücksei': ein Angebot, in dem ein aktuelles Thema aus Deutschland für den Deutschunterricht aufbereitet wird. Das Frühstücksei wird in Schulen häufig zum Unterrichtsauftakt eingesetzt. Im Jahr 2018 wurde das Frühstücksei auch für die unteren Bildungsstufen erweitert.

Duitslandweb, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen
Duitslandweb ist die unabhängige, journalistische Redaktion des DIA; ihre Inhalte sind Teil der Website www.duitslandinstituut.nl. Auf der Website finden Interessierte darüber hinaus Informationen zum Institut als auch zu den Angeboten der Bildungsabteilung. Die LeserInnen werden so inhaltlich und praktisch auf einem Portal und von einer Einrichtung informiert. Das Duitslandweb ist die wichtigste Online-Informationsquelle zu Themen der deutschen Gesellschaft und Politik in niederländischer Sprache.

Die Hintergrundinformation, Kommentare und Analysen auf der Website bieten niederländischen Interessierten die Möglichkeit, sich schnell in deutsche Themen einzulesen. Darüber hinaus veröffentlicht das DIA täglich Kurznachrichten. Das häufig frequentierte Online-Nachschlagewerk der Redaktion wird ständig überarbeitet und aktualisiert.

Nach dem Wahljahr 2017 war auch das Jahr 2018 ein politisch sehr bewegendes Jahr in Deutschland. Die Regierungsbildung dauerte ausgesprochen lang und die neue Regierung mit CDU/CSU und SPD hatte Startschwierigkeiten. Die SPD geriet durch die schlechten Wahlergebnisse in eine interne Krise und zwischen CDU und CSU entbrannte ein heftiger Streit über die Flüchtlingspolitik. Bei der AfD (Alternative für Deutschland), nun mit über 90 Sitzen im Bundestag vertreten, erhielt der Rechtsaußen-Rand 'Flügel' deutlichen Aufwind. In Chemnitz wurden Migranten von Rechtsextremisten attackiert, und die AfD und die islamfeindliche Bewegung 'Pegida' demonstrierten Seite an Seite.

Im Herbst führten die enttäuschenden Wahlergebnisse in Bayern und Hessen dazu, dass Angela Merkel ihren Rücktritt als Parteivorsitzende bekanntgab und nach dieser Amtszeit auch ihr Amt als Bundeskanzlerin niederlegen wird. Duitslandweb informierte über die Geschehnisse und kommentierte sie; in täglichen, kurzen Nachrichtenartikeln, ausführlichen Hintergrundberichten, Factsheets, Interviews und Kolumnen externer AutorInnen.

Im Jahr 2018 experimentierte das Duitslandweb weiter mit neuen Medienformen, wie dem Podcast, dem Studiogespräch und der Video-Kolumne. Das DIA produzierte eine eigene Videocompilation zum Themenfestival über soziale Bewegungen. Im Vorfeld hatte das Duitslandweb ein Online-Dossier zusammengestellt, dessen Inhalt auch für ein ansprechendes, gedrucktes Programmheft zum Themenfestival diente.

Die Zusammenarbeit mit dem Pressenetzwerk für Jugendthemen führte im Jahr 2018 zu einem Gegenbesuch in Köln und Bonn. Hieran nahmen StudentInnen des Bachelor-Studiengangs Duitslandstudies sowie Duitslandweb-Chefredakteurin Wiebke Pittlik und Duitslandweb-Praktikantin Vera Konijn teil.

Die redaktionelle Zusammenarbeit mit dem Bachelor Duitslandstudies wurde im Jahr 2018 fortgesetzt.

Auf der Website wurde das Thema Literatur stärker in den Mittelpunkt gerückt, mit Video-Beiträgen von ExpertInnen und von bekannten Personen des öffentlichen Lebens.

Die Abteilung Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement organisiert Konferenzen, Events, Veranstaltungsreihen und Filmvorstellungen, die sich an verschiedene Zielgruppen richten – etwa an das akademische Netzwerk des DIA oder aber an ein breites Publikum.

Im April organisierte die Abteilung gemeinsam mit der niederländischen Finanzgruppe 'ING Group' eine geschlossene Gesprächsrunde mit Peer Steinbrück, dem ehemaligen deutschen Finanzminister und Vorstandsberater der ING-DiBa. Im Zuge seiner Buchveröffentlichung 'Das  Elend der Sozialdemokratie' sprach Steinbrück im Amsterdamer Marionettentheater über die Gründe, die zu dem Rückgang der sozialdemokratischen Parteien in Europa führen und mögliche Wege aus der Krise. Unter den Anwesenden waren ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft und dem Bankenwesen.

Das DIA beteiligte sich an einer Veranstaltungsreihe zum Marx-Jahr und kooperierte dabei mit dem Goethe-Institut Niederlande, dem Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, der Genootschap Nederland Duitsland und dem Vantilt Verlag. Das Programm umfasste Diskussionen und Vorträge mit Dr. Christina Morina, Prof. Dr. Maarten Doorman, Prof. Dr. Wolfgang Schieder und dem Filmkünstler Prof. Phil Collins.

Einer der Höhepunkte des Jahres 2018 war der Themen-Nachmittag über 'Soziale Bewegungen damals und heute' ( 'Sociale bewegingen toen en nu' ), der am 1. November im Melkweg in Amsterdam stattfand. Sprecher waren unter anderem der bekannte deutsche Politiker Dr. Robert Habeck (Bundesvorsitzender bei Bündnis 90/Die Grünen) und Cesy Leonard vom aufsehenerregenden Zentrum für politische Schönheit. Mit Lesungen, Theater und Debatten schaute das DIA zurück auf die Novemberrevolution von 1918 und die Protestbewegung der 68er, widmete sich aber auch den Entwicklungen heutiger sozialer Bewegungen in den Niederlanden und Deutschland. Die Abteilung arbeitete für diese Veranstaltung mit der Stiftung Autres Directions zusammen, die das I’m so angry! Pop-up Museum zur Verfügung stellte, eine reisende Ausstellung über Revolution und Protest. Die mit Unterstützung des Goethe-Institut Niederlande und der Genootschap Nederland Duitsland organisierte Veranstaltung war ausverkauft (200 BesucherInnen). Alle KollegInnen des Instituts trugen zum Programm bei: als Sprecher, Moderatorin, Vorleser in einer szenischen Lesung, Kamerafrau oder Organisationstalent hinter den Kulissen.

Im Jahr 2018 fanden zwei Ausgaben der Veranstaltungsreihe Duitsland in DIAloog statt. Zunächst in Form des Podiumsgesprächs 'Wat brengt Merkel IV?' mit Prof. Dr. Ton Nijhuis und René Cuperus. Im Juli wurde dann eine neue Form von Duitsland in DIAloog realisiert: Direktor Nijhuis sprach mit Duitslandweb-Redakteurin Marja Verburg über die Folgen der Krise zwischen CDU und CSU für Angela Merkel und Deutschlands Position in Europa. Das Gespräch wurde in einem TV-Studio aufgezeichnet und ist auf YouTube und der DIA-Website zu finden.

Die Filmreihe Deutsches Kino (im Kino Het Ketelhuis in Amsterdam und im Filmhuis Lumen in Delft) zeigte zehn deutsche Filme, die zuvor noch nicht in den Niederlanden zu sehen waren.

Deutsches Kino ist eine Kooperation dieser beiden Kinos mit dem Goethe-Institut Niederlande und dem DIA.

Die Besucherzahlen steigen jedes Jahr. In 2018 besuchten 710 Gäste die Filmreihe, in 2017 waren es 585 BesucherInnen.

Gezeigt wurden u.a. 'Beuys' (Andres Veiel;  Deutschland 2017) und 'In Zeiten  des abnehmenden Lichts' (Matti Geschonneck; Deutschland 2017). Bei der Vorstellung in Amsterdam von 'Reise nach Jerusalem' (Lucia Chiarla; Deutschland 2016) waren die Regisseurin und der Produzent Giulio Baraldi anwesend und beantworteten die Fragen von Filmwissenschaftlerin Dr. Judith Keilbach und des Publikums. 

Duitslanddesk & Mobilitätsstipendien
Das Duitslanddesk wurde im Jahr 2013 gegründet, auf Initiative und mit der Unterstützung des DAAD und des niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft (ministerie van OCW). Von niederländischer Seite sollen StudentInnen und WissenschaftlerInnen dazu animiert werden, einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Deutschland zu verbringen. Mit dem Duitslanddesk und dem Stipendienprogramm ist das DIA auf diesem Gebiet der Studenten- und Forschungsmobilität aktiv. Zur Unterstützung des Programms wurde beim Duitslanddesk ein spezielles DAAD-Lektorat eingerichtet. Seit September 2017 arbeitet zudem eine Sprachassistentin des DAAD beim Desk, die auch an der UvA unterrichtet.

Das Duitslanddesk informiert durchgängig mit Informationskampagnen zu den Themen Studium und Forschung in Deutschland. Die Website, soziale Medien, aber auch der persönliche Kontakt sind wichtige Mittel in der Durchführung der Kampagnen. Im Jahr 2018 wurde das Werbematerial überarbeitet: die Broschüre wurde aktualisiert und die Poster und Banner für Veranstaltungen erhielten ein neues Layout.

Im Jahr 2018 nahm das Duitslanddesk an verschiedenen Veranstaltungen teil, um StudentInnen und SchülerInnen direkt zu informieren. Die große, nationale Auslandsmesse (Nationale BuitenlandBeurs) in der Jaarbeurs Utrecht mit 6.800 Besuchern und 113 Ausstellern war hierbei die wichtigste Veranstaltung. Die Teilnahme wurde mit der zusätzlichen Unterstützung des DAAD ermöglicht.

Besucht wurden u.a. der NWS-Scholierendag ('NWS-Schülertag') und Informationstage über Studieren im Ausland der Erasmus Universität Rotterdam, der Amsterdamer Gymnasien und des Decanenkring  Meerssen ('Studeren in de Euregio').

Das Desk nahm auch an Studieninformationstagen in Sneek und Apeldoorn teil ('NXT LVL', für Schüler aus der Region).

Außerdem besuchten die studentenambassadeurs – StudentInnen, die zuvor Auslandserfahrungen in Deutschland gesammelt hatten – weiterführende Schulen im ganzen Land.

Wie in den vergangenen Jahren hat das Duitslanddesk im Jahr 2018  einen Vorbereitungsworkshop für StudentInnen organisiert, die Interesse an einem Studium in Deutschland haben. Zudem nahmen neun StudentInnen an einem intensiven Sprachkurs teil, der vom Desk – in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Amsterdam – entwickelt worden war. Der Sprachkurs war speziell für StudentInnen konzipiert, die zum Studium nach Deutschland gehen.

Drei BewerberInnen des DIA-Stipendiums nahmen an einem intensiven Sommerkurs des Goethe-Instituts teil. Sie erhielten vom Duitslanddesk finanzielle Unterstützung.

Seit dem Februar 2018 hat das Duitslanddesk insgesamt 15 Sprachstammtische organisiert; eine Initiative, bei der Deutschland-Interessierte sich auf Deutsch miteinander unterhalten, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und ein Netzwerk aufzubauen.

Das Interesse an dem DIA-Stipendium ist nach wie vor groß. 212 StudentInnen und junge ForscherInnen reichten im Jahr 2018 einen Antrag für das DIA-Stipendium ein (2017: 219). Sechzig AntragsstellerInnen erhielten ein Stipendium und wurden mit einem Gesamtbetrag von gut 136.000 Euro unterstützt.

Von den StipendiatInnen sind 27% FachhochschulstudentInnen, 28% Uni-Bachelor-StudentInnen und 45% Master-StudentInnen (oder WissenschaftlerInnen). 

Von den TeilnehmerInnen studieren 40% ein sozialwissenschaftliches Fach, 42% ein geisteswissenschaftliches Fach und 18% ein naturwissenschaftliches oder technisches Fach. Die meisten StipendiatInnen kamen aus den Provinzen Noord-Holland und Zuid-Holland (beide 22%), gefolgt von Gelderland (18%) und Utrecht (12%). Die beliebtesten deutschen Bundesländer waren Nordrhein-Westfalen (30%), Berlin (27%), Baden-Württemberg und Bayern (beide 12%). Das Desk informiert niederländische StudentInnen und ForscherInnen nicht nur über das DIA-Stipendium, sondern auch über Stipendien des DAAD.


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